Artikel über die 75-Jahrfeier in der Katholischen Sonntagszeitung

Bunte Bausteine

St. Marien in Berlin-Heiligensee feiert 75. Kirchweihjubiläum

BERLIN — Wie kann die Kirche stark und stabil werden? Das fragte Pfarradministrator Markus Zimmermann bei der Festmesse, die am vergangenen Sonntag anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Kirche St. Marien in Berlin-Heiligensee stattfand. Seine Antwort: durch lebendige Steine, die dynamisch, fröhlich und voller Leidenschaft sind.

Um diese Aussage symbolisch zu untermauern, stapelten die Gemeindemitglieder Holzklötze zu einer Kirche. Jede Gemeindegruppen hatte im Vorfeld einen Baustein individuell gestaltet. Vorn Liturgiekreis für Familiengottesdienste über den offenen Elternkreis bis hin zum Halleluja-Singekreis — als alle 37 Steine vorgestellt und aufgebaut worden waren, sang die Gemeinde das Lied „Gott baut ein Haus, das lebt, aus lauter bunten Steinen".

„Gerade erst erwachsen", deutete aus kirchlicher Sicht Offizial und Ordinariatsrat Monsignore Tobias Przytarski das Jubiläumsalter der Kirchengemeinde. Mit weltlichem Maßstab gemessen sei St. Marien also keineswegs eine „rüstige Rentnerin". Die Gemeinde dürfe stolz auf sich sein, weil viele Kinder und Jugendliche Zeichen ihrer Lebendigkeit seien. Die feste Zusage Christi zum ewigen Bestand der Kirche habe in der Geschichte manchmal dazu verleitet, sich selber zu feiern. Deshalb sei eines heute wichtig: auf den Herrn verweisen, ihn feiern.

Mit Stimme und Melodien begleitete Agnes Katharina Hille den Festgottesdienst. Klatschend Und hüpfend, dabei das Tempo steigernd, sang der neu gegründete Kinderchor zusammen mit dem Frauenchor und der Gemeinde „King of King, Lord of Lord, Jesus, prince of peace: Glory, Halleluja".

Grußworte von Diözesanadministrator Weihbischof Matthias Heinrich erinnerten an den Sendungsauftrag der Gemeinde als „ecclesia", Herausgerufene. Kirche sei ein Ort der Wendung im Heiligen Geist, der Mut mache. In einem Brief dankte der ehemalige Pfarrer Hans Hausenbiegl für schöne Jahre in der Gemeinde und wünschte ihr reiche Früchte der Gläubigkeit.

„Dass sie in ihrer Unterschiedlichkeit immer wieder zusammenfinde und Christus in ihre Mitte nehme", wünschte sich Pfarradministrator Markus Zimmermann. „Ich hoffe auf ein beständiges Aufbrechen und Wachsen. Es ist Gott selbst, der uns zusammenführt und zu einer lebendigen Gemeinschaft formt. Pfuschen wir ihm nicht ins Handwerk, gehen wir versöhnungsbereit aufeinander zu! Dann wird schon hier und heute Gottes Reich unter uns spürbar."

Das Zusammenfinden nach der Heiligen Messe erleichterten viele bunte Programmpunkte: Im Pfarrgarten untermalte das Blasorchester „Haste Töne" aus Reinickendorf den Nachmittag musikalisch. Informationstafeln und eine Posterausstellung gaben Auskunft zur Geschichte der Gemeinde, Quizstände sowie eine Tombola luden Klein und Groß zum Mitspielen ein.

 

75 Jahrfeier Marien

 

 

Jede Gemeindegruppe bastelte einen eigenen Baustein. Die Idee dazu entstand im Liturgieausschuss.

Hier präsentieren stellvertretend Claudia Dittmann (links) und Kordula Keuchel das Bauwerk.

Fotos: wp

Walter Plümpe

 

Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Sonntagszeitung

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